Buchtipps
von Maria Mail - Brandt aus: www.garten-literatur.de
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Gartengestaltung
Gartengeschichte
Gartenpersönlichkeiten
Die Kunst des Reisens |
Laras, Ann 208 S. Ulmer Stuttgart 2005
Die berühmten Gärten des Latium, die Vielfalt der Gärten in der Toskana, die Gartenkunst in der Campagna, in Venezien, in Ligurien, der Lombardei und des Piemont: - Ann Laras beschreibt die wichtigsten und schönsten Gärten Italiens auf unterhaltsame Weise, begleitet von schönen Fotos, Serviceinformationen zu Anreise und Öffnungszeiten. Dreißig Parks und Gärten finden Sie ausführlich erörtert und dreißig weitere werden kürzer beschrieben. Geordnet ist es in Übereinstimmung mit verschiedenen italienischen Landstrichenin sechs Gruppen von den Seen im Norden bis zur Küste von Amalfi im Süden – Latium, Campagna, Toskana, Veneto, Ligurien und die Lombardei mit Piemont. Der Abschnitt über die Toskana berücksichtigt natürlich die großen Villen der Medici, ebenso werden aber auch Beispiele für die abwechslungsreichen Gärten aufgeführt, die der produktive und vielseitige Pietro Porcinai im Lauf des zwanzigsten Jahrhunderts rings um Florenz anlegte. Im Kapitel über das Veneto findet man natürlich den Giardini Giusti in Verona, aber auch einen palladianischen Landsitz, die Villa Barbaro bei Maser, sowie den betont modernen Garten der Fondazione Querini Stampali in Venedig, den Carlo Scarpa in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts schuf. Die Autorin schreibt: "Ich hatte viele Fragen, die nach Antwort verlangten. Wie ist es möglich, einen Garten über ein halbes Jahrtausend hinweg zu bewahren? Welche Motivation steckt hinter dieser harten und manchmal undankbaren Arbeit? Woher kommen das nötige Wissen, Geld und Energie, um einen historischen Garten zu erhalten? Die Antworten waren stets interessant und regten zum Nachdenken an; manchmal waren sie überraschend.". Das Gartenkunst-Buch eignet sich hervorragend zur Planung und Begleitung einer italienischen Gartenreise.
Lammerting, Kristin 160 S. m. Fotografien von Sabrina Rothe Dumont 2002 
Ein Fest für die Sinne ist das Betrachten dieses Bildbandes mit den wunderschönen 
farbenprächtigen Aufnahmen der Fotografin Sabrina Rothe über den im englischen Stil
angelegten Garten von Kristin Lammerting inmitten der Großstadt Köln. U. a. werden der Duftgarten, der Kräutergarten, der nach historischem Vorbild gestaltete Knotengarten, der Rosengarten, der gelbe Garten und der Sonnengarten vorgestellt. Man erfährt auch etwas über die Entstehungsgeschichte, Planung und Durchführung dieses erstaunlichen Gartens - nicht nur die Hundehütte zeugt davon, daß hier eine immense finanzielle Investition erbracht wurde. Aber man darf ja träumen.... Und wer Gelegenheit bekommt, diesen wundervollen Garten zu besuchen, der sollte sie wahrnehmen!
Britische Gartenkunst: Ein Führer zu ungewöhnlichen Orten
Mader, Günther / Neubert-Mader, Laila 198 S. m. 200 Fotos / Ill. von Elke Zimmermann, 20 Plänen DVA 2009
62 ungewöhnliche historische und klassische, moderne und avantgardistische Gärten in England, Wales, Schottland und Irland stellt das Autorenteam nach fast 25 Jahren Englandreisen in diesem Band vor und gibt dabei praktische Hinweise für eine englischeGartentour. Beeindruckende Fotografien und zahlreiche Gartengrundrisse, ein informativer Abriss der Geschichte der britischen Gartenkunst seit dem 15. Jahrhundert und nützliche Adressen runden das Buch ab, das mit dem 2. Platz des Deutschen Gartenbuchpreises 2009 in der Kategorie Bester Gartenreiseführer ausgezeichnet wurde.
Gärten im Film: Führer zu Filmgärten in Deutschland, Europa und Übersee
Glabau, Leonie u.a.144 S. m. zahlr. Farbfotos Mann-Verlag 2008
"Landschaftsarchitektur im Sucher" - ob als idyllischer Ort für schöne Feste, Schmiede für Intrigen hinter Hecken oder Zeitzeugen für historische Filme: der Garten im Film vervollkommnet das Bild, unterstützt wie Bauten und Kostüme die Atmosphäre. "Gärten im Film" ist ein Forschungsprojekt im Studiengang Landschaftsarchitektur an der Fachhochschule Erfurt. Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Bildwelt des Gartens im Spielfilm zu analysieren und für den Zuschauer aus der Sicht der Landschaftsarchitekten lesbar zu machen. In diesem Buch - aufgeteilt in die Kapitel "Drehorte" / "Filmgärten in Deutschland (7) und Europa (30)" / "Drehorte in Übersee (10)" / "Filme und Szenarien" werden einige Forschungsergebnisse vorgestellt. Ein Schwerpunkt der Autoren (Leonie Glabau,und Horst Schumacher, Landschaftsarchitekten, Daniel Rimbach, Biologe und Landschaftsarchitekt mit Schwerpunkt auf Gartenkunstgeschichte) liegt auf der Herkunft von Gartenbildwelten in unseren Köpfen, derer sich die Filmschaffenden immer wieder bedienen. Neben bekannten Filmen wie "Edward mit den Scherenhänden", "Der geheime Garten" oder "Mansfield Park" sind darin auch etliche unbekanntere Filme vorgestellt. Nach der Vorstellung des Drehortes werden Quellen genannt, aus denen die Information stammt und Informationen wie Adresse, ob der Drehort besichtigt werden kann und was der Eintritt kostet gegeben. Nach der Filmbeschreibung folgt eine Darstellung der Szenerie, in der der Garten oder Park eine besondere Rolle spielt und aus Sicht des Landschaftsarchitekten interpretiert. Oft ist auch eine Internetadresse für die weitere Recherche angegeben. Im Anhang eine Übersicht über Central-Park-Filme, Quellenverzeichnis, Register mit Filmtiteln, Regisseuren und Drehorten. Vorwiegend zwar für Filmfans gedacht, ist dieser außergewöhnliche, mit vielen Fotos aus Filmen, von der Dreharbeit und vor allem von den Gärten ausgestattete "Reiseführer" aber auch für Gartenliebhaber, vor allem für "Gartentouristen" sehr aufschlußreich und lesenswert und vor allem eine verführerische Anregung zum Anschauen der Filme im eigenen Wohnzimmer !
Meine Gartenrezepte - Inspirationen einer leidenschaftlichen Gärtnerin"
Bussche, Freifrau Viktoria von 160 S. m. ca. 158 Farbf. u. 10 Tab. Callwey 2007
Die Autorin hat passend zum zehnjährigen Jubiläum des von ihr veranstalteten Gartenfestivals „Gartenlust und Landvergnügen“ in Ippenburg ein Buch geschrieben ", das in edles Samtrot gebunden und auf kostbarem Papier gedrucktist, versehen mit einer Banderole (die Buchhändler und Käufer allerdings zu Verzweiflung bringen dürften, denn nach mehrmaligen Einsortieren und Herausnehmen dürfte sie wohl zerrissen sein). Die Fotos von Marion Nickig, die über ein umfangreiches botanisches Wissen verfügt, sind wieder traumhaft schön. Sie fängt die Farbenpracht und Sinnlichkeit der Pflanzen fotografisch einfühlsam ein, so dass man für Augenblicke glaubt, sogar ihren Duft erschnuppern zu können. Und die abgebildeten Pflanzen sind mit ihren vollständigen lateinischen Namen bezeichnet - leider keine Selbstverständlichkeit, deshalb erwähnenswert; denn das hilft bei der Besorgung der Pflanzen für den eigenen Garten. Man erfährt einiges aus dem Leben und der Kindheit der Autorin und (meiner Meinung nach aber zu wenig) über die Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Gartenfestivals,. Sie widmet sich mehr ihren Erinnerungen und Erfahrungen, Abneigungen ("ich finde es nicht nur exzentrisch BLüten zu essen, sondern sogar "kannabalisch"") und Vorlieben (der Jungfer im Grünen gebührt ein eigenes Kapitel) und stellt ihre teilweise unkonventionellen "Rezepte" für Beete, Gärten und einige wenige auch für Kochtopf vor. Zahlreiche Pflanzenkombinationen in ihrem Schlossgarten entstanden durch die Zusammenarbeit mit berühmten Gartendesignern aus Deutschland, Frankreich, England, Dänemark und den Niederlanden und durch die Umsetzung der innovativen und außergewöhnlichen Garten- und Pflanzpläne, die ihr seit 2000 (seitdem gibt es die Schaugartenanlagen), alljährlich unter wechselndem Motto, angeboten wurden. Einige interessante Kapitelüberschriften: Lush Pflanzen, die tanzen / Style - alles, was wuchert, wandert und windet / Grün vor Neid - die Zinnie "Envy" und ihre grünen Begleiter / Pflanzen, die ich nicht mag - oder besser: wie ich sie mögen würde / Die Blumen des Bösen" - schwarze Schönheiten / Weinraute - Gruß aus Pommern / Wenn du schwach bist, schneid ich dich -wenn du stark bist, lass ich dich! / Verdrehte Welt - Blumen zum Essen und Gemüse im Beet / "Summerpudding" - Schwarze Johannisbeeren, nicht nur der Farbe wegen. Der Anhang bietet informative Pflanzenempfehlungen zu den einzelnen Kapiteln, Bezugsquellen, einige Literaturhinweise und ein kumiliertes Pflanzen- Sachwortregister. Das Preis-Leistungsverhältnis ist bei der schönen Ausstattung angemessen...
Gärten und Grüne Oasen: in Südbaden und im Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz
Thieme, Evelyn / Jutta Schneider / Michael Will 118 S. Kaufmann 2008
Auch das Dreiländereck beherbergt bemerkenswerte Gärten, private Paradiese und Gärtnereien ( wie das Rosenparadies des Züchters Scarman Landhaus Ettenbühl in Bad Bellingen-Hertingen und die berühmte Staudengärtnerei Gräfin v. Zeppelin in Sulzburg-Laufen). 24 davon, alle - teilweise nach Absprache - zugänglich u.a. aus Kehl, Lahr, Ettenheim, Herbolzheim, Freiburg, Kandern, Weil am Rhein, Basel und Mulhouse, stellen die Autoren vor. Im Anhang finden sich, nach Regionen sortiert. die Aressen mit den nötigen Angaben wie Öffnungszeiten, aber auch Hinweise auf empfehlenswerten Einkehrmöglichkeiten.
Labyrinthe und Irrgärten
von Jürgen Hohmuth u. a. 176 S. m. zahlr. Fotos Frederking & Thaler München 2003
Dieser große Bildband verwöhnt das Auge! Phantastische Bilder aus der Vogelperspektive (aus einem Klein
zeppelin in niedriger Höhe aufgenommen ) stellen berühmte und auch weniger berühmte Labyrinthe und Irrgärten in Europa vor. Im Text (Beiträge von Adrian Fisher, Jeff Saward, Klaus Kürvers, Mone Augustin, Uwe. Wolff, Martin Rasper, Ilse Seifried) erfährt man dazu Interessantes und Wissenswertes über diese Form der Gartengestaltung und bekommt dadurch noch mehr Lust, sich die schönen Anlagen (vor allem in England) selbst anzusehen.
(Oktober 2003)
Garten-Reiseführer
hrsg. von Ronald Clark / Dt. Gesellsch. f. Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) unter Mitarb. v. Angelika Weirmann 576 S. m. 44 farb. u. 122 SW-Abb. Callwey München 2003
Ein Reiseführer zu öffentlichen und privaten Gärten - Rosengärten, botanischen Gärten, Parks usw. Der Herausgeber ist Abteilungsleiter im Grundflächenamt Hannover und war von 1995-2002 Vorsitzender der DGGL in Niedersachsen. Aufgeteilt ist der Reiseführer alphabetisch nach Bundesländern (von Baden-Württemberg bis Thüringen). Mit jeweils vorangestellter Karte folgen die Gärten mit genauer Adresse, Wegbeschreibung (auch für die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln), Öffnungszeiten und knapper (teils auch ausführlicher) Beschreibung. Symbole lassen einen rollstuhlgerechten Garten erkennen, klären, ob Hunde zugelassen sind, ob Pflanzenerwerb möglich ist und bei öffentlichen Parks, was an Gastronomieeinrichtungen vorhanden ist. Die neue Ausgabe für 2004/2005 wurde um etwa 135 Gärten auf jetzt 320 private und 935 öffentliche Gärten erweitert. Der Registerteil umfaßt jetzt neben der getrennten Auflistung von Botanischen Gärten, Rosengärten, Privatgärten, Kurparks auch ein Ortsregister. Ein hilfreiches Buch also für Gartenfreunde, vor allem bei der Suche nach privaten Gärten in Deutschland, die oft nur an bestimmten Terminen oder nach Anmeldung ihre Gartenpforte öffnen.
(Juli 2003)
Cornwalls Gartenparadiese
von Claus Beling / Heidi Ulmke Eine Reise in das Land der Rosamunde Pilcher- Filme 159 S. m. einer Übersichtskarte Rowohlt Reinbek 2000
England gilt als wahres Paradies für Gartenfreunde. Claus Beling, der verantwortliche Redakteur der Pilcher-Reihe und die Gartengestalterin Annette Roellenbleck entführen - mit Tips für den Besuch der Parks und Cottagegärten - in diesem wunderbar bebilderten Reise- und Gartenbuch an die einzigartigen Filmschauplätze der Rosemunde-Pilcher-Filme in der Grafschaft im Südwesten Englands. Weitere Informationen zu Gartenreisen nach England runden dieses gelungene Buch ab.
(Mai 2003)
Flower and Fade. Blühen, Verblühen
von Elfriede Mejchar 96 S. m 80 farb. u. sw-Abb. Brandstätter 2002
Ein prächtiger, auf schwerem, matten Kunstdruckpapier gedruckter Bildband (ausgestattet mit Fadenheftung!) mit Fotografien einer österreichischen Künstlerin zeigt. Außergewöhnliche Aufnahmen, die das Werden, Leben und Vergehen von Tulpen, Amarillys und Iris zeigen. Lesenswert auch der einleitende Essay von Andre Heller.
(Mai 2003)
Neue
s Gartendesign mit Stauden und Gräsern
Von Noel Kingsbury u. Piet Oudolf 160 S. Ulmer Stuttgart 2000
Dieses Buch gibt - unterstützt durch die stimmungsvollen Fotos, die teilweise in angenehm überraschenden neuen Formaten dargeboten werden - Einblick in die Denk- und Arbeitsweise Piet Oudolfs, der die Sinne erregen, Emotionen wecken und Atmosphäre schaffen möchte. Wem der Niederländer, inzwischen berühmter Staudengärtner, Züchter und Gestalter, ein Begriff ist, den wundert es nicht, daß ein Kapitel überschrieben ist: "Neue Wege einschlagen"! Das ist zwar ein alter Rat, den schon Karl Foerster gab, der aber immer wieder neu umgesetzt werden muß. Noch heute ist es ja bei vielen Gärtnern (die einmal die Fotos dieses Buches auf sich wirken lassen sollten!) üblich, im Herbst alle Pflanzen radikal herunterzuschneiden, damit die Beete im Winter schön "ordentlich aussehen". Während das erste Buch Oudolfs "Zarte und prachtvolle Gräser" "nur" (in Anführungsstrichen!) den Pflanzen, eben speziell den Gräsern, gewidmet war, geht es hier um Gartendesign sowohl mit Stauden als auch mit Gräsern. Das Kapitel "Pflanzenpalette" spricht dabei vielsagend nicht von Pflanzengattungen oder Sorten, sondern von Ähren und Trauben, Rispen, Dolden und Blatt-Textur, das Kapitel "Kompositionen" von Strukturpflanzen, "Lückenfüllern", "Wiederholung und Rhythmus", "Farben und Formen". Schließlich noch: "Stimmungen" - gezaubert durch oder mit Licht, Bewegung, Harmonie, Monotonie, Erhabenheit und Mystik! Der Jahreslauf der Pflanzen orientiert sich menschlich: Geburt (Frühling, Spätfrühling), Leben (Frühsommer, Hochsommer, Spätsommer) und Tod (Frühherbst, Spätherbst, Winter). Beim aufmerksamen Lesen - nicht nur des Pflanzenlexikons im Anhang - entdeckt man auch viele Ratschläge zur praktischen Gartenarbeit. Ohne Zweifel für Gartengestalter und Gartenfreaks eine Inspiration!
(März 2003)
Der Garten der Künstlerin. 33 Porträts
Von Charlotte Seeling 200 S. mit Farbfotos von Corinne Korda und Carina Landa Gerstenberg 2002
Charlotte Seeling spezialisiert hier ihr Thema "Frauen und Gärten" und spürt diesmal mit den Kapiteln: Ein Garten für Künstlerin / Ein Garten für die Kunst / Der Garten als Kunst / Der innere Garten die Seele von 33 Künstlerinnen in ihren Gärten auf. "Die höchste Lehre, die aus meinen Begegnungen zog, ist die, daß man einen Garten nicht einmal besitzen muß, um ihn zu genießen. Jedes Paradies, das wir einmal gesehen oder erträumt haben, können wir in Gedanken jederzeit durchwandern. Der Garten unserer Phantasie hat den großen Vorteil, daß wir ihn überall mit hinnehmen können" schreibt sie in einem Artikel in der "Welt am Sonntag" vom 1.9.2002. . Ob der Garten von Jenny Holzer, die sich in New York ihre "Wildnis" angelegt hat, oder von Allison Armour-Wilson, deren Anlage als Kulisse für ihre Skulpturen dient oder von Marina Abramovic´s "Garten der Nomadin", der eigentlich nur eine schlichte Installation aus elf Jericho-Rosen ist - die Gärten der Künstlerinnen sind sehr verschieden, sicherlich auch nicht jedermanns Geschmack, aber auf jeden Fall "lesens- und sehenswert"... Im Anhangsind die Adressen und Galerien oder Museen, an die man sich wenden kann, um sich die Werke anzuschauen und weitere Künstlergärten in Europa, die Adressen derjenigen Künstlerinnen, die Gartengestaltungsaufträge annehmen und der 3 öffentlich zugänglichen Gärten aufgelistet. Die Bibliographie mit Werken von oder über die Frauen verleitet zum Weiterlesen...
(März 2003)
Portrait eines glücklichen Menschen
Der Gärtner von Versailles von Erik Orsenna Beck München 2002
Orsenna, zu den jüngsten Mitgliedern der Académie française zählend, zugleich Präsident der "Gartenhochschule" Ecole Nationale Supérieure du Paysage in Versailles sowie des Centre de la Mer in Rochefort (mit der bekannten Königlichen Seilerei) begleitet fiktiv den großen Gartengestalter Le Notre, Gartenarchitekt des Sonnenkönigs Ludwig XIV durch sein Leben. Er erzählt, in einfühlsamen Worten, wie Le Notre 35 Jahren lang Gärten schuf, die "den Ruhmesglanz des Sonnenkönigs bis nach China und Japan scheinen ließen".
35 Jahre lang brüten der Monarch und sein Gärtner über Pläne, schreiten Seite an Seite durch Alleen, diskutieren über Bäume und Beete und halten inne, wenn der Abend kommt, um auf einer Terrasse leise über die Perspektiven des gemeinsam begonnenen Werks zu diskutieren.
..."Das Gehen ließ Le Nôtre nicht im Stich, trotz seiner 87 Jahre. Das Gehen ist seine Verbündete, den Augen ebenbürtig. Kann man richtig sehen, ohne zu gehen? Kann man gut gärtnern, ohne zu sehen und zu gehen? Das Auge schafft zwar die Perspektive, doch das Gehen verleiht ihr Leben".
Dieses Buch ist ein -zugleich lehrreicher - Genuß und für jeden, der die Gärten Frankreichs besuchen will oder auch schon besucht hat, zu empfehlen..
(November 2002)
Faszination Farbe im Garten
Von Christopher Lloyd 192 S. 277 farbigen Abbildungen Callwey München 2002
Der Autor mehrerer Gartenbücher zählt zu den bekanntesten Garten-und Pflanzenspezialisten unserer Zeit. Die Royal Horticultural Society hat ihn mit ihrer "Victoria Medal of Honour" ausgezeichnet. Mit seinem Chefgärtner Fergus Garret entwickelt er kontinuierlich seinen berühmten Garten auf Great Dixter in East Sussex weiter und schreibt regelmäßig für Zeitungen und Zeitschriften. Das Farbspektrum blühender Pflanzen ist außerordentlich vielfältig - Lloyd stellt in diesem Buch 11 Farben und deren psychologische Wirkung vor sowie Pflanzen, die in diesen Farben blühen. "Orange - welche Herausforderung", " Die ganze Wahrheit: Rosa", "Edles Schwarz" , Echtes Blau - eine Seltenheit" oder "Wozu Mauve?" lauten beispielsweise die Kapitelüberschriften. Er macht Mut, "Farbe zu bekennen", gibt hilfreiche Tips, wie sich Farben und Pflanzen am besten kombinieren lassen und nennt in den bebilderten Pflanzenbeschreibungen neben Standort, Blühzeit auch die besten Pflanzpartner. Auch Pflegehinweise fehlen nicht - wobei wieder, wie bei englischen Gartenbüchern immer, das dortige Klima zu berücksichtigen ist. Wagen Sie es, etwas Neues auszuprobieren - Lloyd liefert das Knowhow, Jonathan Buckley hat die Beispiele in herrlichen Farbfotos festgehalten.
(November 2002)
Hinterm Zaun das Paradies.
Wandlungen des Gartenbildes von Hermann Glaser 268 S. Ars Vivendi Cadolzburg 1999
"Gärten lesen, das heißt, aus Gärten Seelen- und Geisteszustände ablesen" - mit diesen Worten beginnt Hermann Glaser, bekannt durch sein dreibändiges Werk zur Kulturgeschichte der BRD, dieses Buch. Er beschreibt hier nicht real-existierende Gärten, sondern, wie er schreibt: " Inbilder und Abbilder der Kunst, Literatur, Philosophie und Geschichte, wobei natürlich stetes auch eine Wechselbeziehung zur Gartenwirklichkeit gegeben ist!". Und weiter heißt es in seiner Einführung "daß der Garten ein Buch darstelle, macht schon die Genesis deutlich, an Eden kann man ablesen", wie gut es Gott mit dem ersten Menschen meinte und welch furchtbaren Folgen es hatte, als diese die Gesetze Gottes nicht beachteten; den Menschen ist seitdem zu "buchstabieren", daß sie den Apfel der Frucht der Sünde zu meiden haben". ...Es ist darum ganz wichtig und kennzeichnend, wenn der Garten vom Literaturwissenschaftlicher als "Augengedicht" bezeichnet wird. Der Philosoph würde vielleicht noch einen kleinen Schritt weiter zum Ursprung zurückgehen gehen und den Garten ein "Pflanzgedicht" nennen". Glaser spannt den Bogen der "Ideengeschichte des Gartens" vom paradiesischen Urbild des Gartens Eden, den Nutzgarten des ersten Ackerbauern, den Klostergärten des Mittelalters über adelige Parkanlagen und bürgerliches Laubenidyll bis hin zur Gartenzwerg-Ästhetik des Kleinbürgers - und belegt seine Theorie mit Zitaten aus der Literatur. Bilder von Piet Mondrian, Heinrich Vogeler, Paul Klee - um nur einige zu nennen - , unterstützen den Text und auch hier verleitet das sehr umfangreiche Quellenverzeichnis zum Weiterlesen.
(Oktober 2002)
Der Inselgärtner
von Altmann, Peter Die Lebensgeschichte von Peter Altmann. 200 S. Schibri Milow 2001
Dieses Buch ist die vergnüglich zu lesende Lebensgeschichte des Karl Foerster Mitarbeiters. Peter Altmann, gelernter Gärtner, fand nach seinem Kriegsdienst und Gefangenschaft 1948 eine Stellung bei Karl Foerster. In diesem Buch berichtet er über seine über 20 jährige gärtnerische Betreuung der Freundschaftsinsel in Potsdam und natürlich auch die Geschichte seines sehenswerten Gartens in Caputh, der heute besucht werden kann. 1966 wird Altmann vom VEB Grünanlagen Potsdam als Gärtnermeister übernommen. Von da an er ist er offiziell bis zu seinem Ruhestandsantritt 1980 der "Inselgärtner". "Potsdam im Spiegel" , ein Veranstaltungskalender, brachte von 1966-1971 jeden Monat seinen Bericht von der Insel. Diese gänzlich unpolitischen Berichte waren für die Bürger in dieser Zeit politischer Gängelei sehr wohltuend, wurden aber 1972 "wegen Platzmangel" eingestellt. Auszüge daraus in diesem Buch machen sie wieder zugänglich. Eine lohnende Lektüre nicht nur vor oder nach der Reise.
(August 2002)
Eine Fortsetzung ist sein neues Buch: Begegnungen im Garten. Gedanken, Erinnerungen und Überzeugungen.172 S. Schibri Milow 2003
Gartenkunst im Spiegel der Jahrhunderte
Von Philip de Bay, Philip de u. James Bolton.386 S. mit zahlr. sw- und farb. Abb. Heyne München 2000
Dies ist auch ein für Nichtfachleute geeignetes Werk, das die Gartenkunst in ihrem geschichtlichen Weg aufzeigt. Nach einer kurzen Einführung in die Thematik der einzelnen Kapitel (Die Natur formen, die Anlage des Gartens gliedern, Acessoires im Garten, Ein Ort des Vergnügens, Wasser im Garten, Der Nutzgarten) folgt jeweils ein umfangreicher, mit vielen historischen Aufnahmen bereicherter Bildteil. In über 350 historischen Abbildungen werden die schönsten und berühmtesten Gärten der Welt vorgestellt: die Alhambra, Versailles, Schönbrunn, Schwetzingen ...Die Illustrationen stammen aus jenen Musterbüchern, die ab dem 17. Jahrhundert die Trends der Gartenkunst widerspiegelten und aus den Designbänden des 20. Jahrhunderts, inspiriert durch die Bewegungen des Jugendstils und des Art Déco. Im Anhang verleitet die sehr ausführliche Bibliographie zum Weiterlesen und ein Glossar erklärt verständlich die verwendeten Begriffe wie Bocage, Gloriette usw.
(Januar 2002)
Gartenkunst - die schönsten Gärten der Welt
Gartenkunst einst und heute hrsg. von Caroline Holmes. 176 S. m. 300 Farbfotos. Prestel München 2001
Profi- und Hobbygärtner werden, ebenso wie alle Freunde schön gestalteter Gärten, ihre Freude haben an dieser Auswahl der 80 weltweit schönsten und bedeutendsten Meisterwerke der Gartenkunst rund um den Globus. Es ist ein Streifzug von den Gärten des Mittelalters bis hin zu den Kreationen zeitgenössischer Gartenarchitekten, in dem natürlich Le Nôtres Versailles und Lennés Schloßpark von Sanssouci, aber auch die atemberaubenden Kulisse von "Fallingwater" des Architekten Frank Lloyd Wright zu finden sind. Auch als Reisevorbereitung oder Reise-Nachlese geeigneter, schöner Bildband mit Beiträgen verschiedener, renommierten Gartenhistorikern und einem Essay. Letzterer gibt einen Überblick über die Gartengeschichte und ist nach Datum geordnet; er beginnt bei 300 v. Chr. und endet 1992 beim Park André Citroen in Paris. Das Glossar ist sehr ausführlich, das Personenregister und eine ausführliche Literaturliste erschließen den empfehlenswerten Band.
(März 2002)
Frau Faltermeiers Blumenladen
Von Isolde Ohlbaum Blumenbilder und Gedichte Sanssouci München 2001
Die berühmte deutsche Künstlerin Isolde Ohlbaum ist vor allem durch ihre Schriftstellerporträts und Friedhofsfotografien bekannt geworden. "Frau Faltermeiers Blumenladen" - dieses alteingesessene Münchener Blumengeschäft - inspirierte sie zu diesem außergewöhnlichen Fotoband. Sie stellt ihren wunderschönen, sinnlichen Fotografien ausgewählte Blumengedichte aus drei Jahrhunderten an die Seite; ob Goethe oder Rilke. Die Bilder und Gedichte ergänzen sich hervorragend, lassen die Blüten lebendig werden und beflügeln die Phantasie. Ein herrliches Geschenk zu einem erschwinglichen Preis für jede Gelegenheit - statt oder mit einem Blumenstrauß - stilvoll und unvergänglich. Und für Garten- und Blumenfreunde ist es ein Anreiz, mal in München dieses Blumengeschäft zu besuchen.
(April 2002)
Literarische Reise durch die Gärten Italiens
Auf den Spuren Edith Whartons von Vivian Russell Knesebeck 112 S. mit zahlr. Farbfotos München 1999
Russel stellt erst die amerikanische Schriftstellerin Edith Wharton (1862-1937) ausführlich vor, die für ihren Roman "Zeit der Unschuld" als erste Frau den Pullitzerpreis erhielt und deren Buch "Italien Villas and their Gardens" 1904 erschien. Dann folgt sie den historischen Spuren - in den Gärten der Lombardei, Venetiens, bei Siena und bei Rom. Dabei zitiert sie aus Wharthons Buch und stellt die heute gegebenen Situationen dem alten Text gegenüber. Die historischen und aktuellen Fotos sind hervorragend und stimmungsreich. Im Anhang findet man die genauen Adressen, so daß dieses Buch gleichzeitig auch zur Reisevorbereitung dienen kann.
(Juni 2002)
Walter, Marc Legendäre Reisen
Alain Rustenholz, Sabine Arque Auf den großen Routen rund um die Welt (GeoSaison) aus d. Französischen v. Sigrid. Groß. 320 S. m. zahlr. z. Tl. farb. Abb. sowie farb. Ktn.-Skizzen Frederking & Thaler 2003
Dieses Buch ist zugegebenermaßen preislich gesehen ein Luxus - doch kein unerschwinglicher! Er beschreibt das Reisen in der Zeit zwischen etwa 1880 und 1930 und ist, wie der Verlag zu Recht behauptet: "Ein Buch zum Träumen". Es ist eine aufwändig gestaltete sinnliche Kollage aus einer Sammlung von alten und neuen Fotos berühmter Reiseziele, Luxus-Dampfern, Eisenbahnen und Hotels sowie Texten zeitgenössischer (meist französischer) Autoren, die mit allen Mitteln der Buchdruckerkunst gekonnt zusammengeführt wurde, um die Nostalgie und die Faszination des Reisens auf (hochwertiges!) Papier zu bannen. Schon die Namen wie Orientexpress, Transsibirische Eisenbahn oder Train Bleu beschwören eine fast verschwundene Welt herauf. Hotels mit livrierten Dienern, prachtvolle Casinos, leere Strände, holzgetäfelte Eisenbahncoupes entstammen dieser Zeit, als man noch mit mächtigen Schrankkoffern reiste und sich zum Diner im mit Mahagoni getäfelten Speisewagen eigens umzog, Das Buch beginnt in Europa und führt dann hinaus in die weite Ferne; die Orte reichen von Paris und Rom über Sankt Petersburg bis Singapur und Buenos Aires. Mitten im Buch finden sich kleine farbige historische Karten, Faksimiles von Werbebroschüren, Eisenbahn-Fahrplänen, Gepäckaufklebern, Speise-, Eintritts- oder Ansichtskarten, rückwärtig beschrieben - phantastisch gemacht. Reisen Sie mit - es lohnt sich.
Hamann, Cordula Das englische Paradies
Frauen und ihren berühmten Gärten. 240 S. mit 104 Fotos v. Cordula Hamann und Uwe Mädger Aufbau Berlin 2004
Berühmte Frauen und ihre Gärten in den südenglischen Grafschaften Kent, Essex, Somerset und Dorset werden in diesem Buch von Cordula Hamann, freie Mitarbeiterin der "Gartenpraxis" vorgestellt: Beth Chatto Garden, Margaret Metianu (Church Hill Cottage Gardens), Vita Sackville-West (Sissinghurst Castle Garden), Phyllis Reiss (Tintinhull House Garden), Peneleope Hobhouse (The Coach House Garden), Sandra und Nori Pope (Hadspen Garden), Margery Fish (East Lambrock Manor Gardens) und Getrude Jekyll (Hestercombe Gardens) Die Autorin konzipiert und führt seit 1991 Gartenreisen u. a. nach England, Italien und Portugal. Jedes Kapitel hat einen anderen Schwerpunkt: die Magie der Farben, die Dominanz der Architektur, das Arrangement der Stauden, mediterrane Formen usw. Dabei erfährt man auch, welche Motive die Frauen veranlaßten, einen Garten anzulegen, was sie sich erhofften, von dem, was sie schufen und inwieweit das Gärtnern ihre Profession wurde. Cordula Hamann selbst in der Grafschaft Kent drei Monate gearbeitet und man merkt, daß sie zu mehreren der Gartenfrauen im Buch besondere Kontakte hat Dieses Buch ist eine fotografisch- biographische Reise durch Südengland - hervorragend auch zur Reisevorbereitung geeignet, denn Angaben wie Öffnungszeiten und Kontaktadressen finden sich praktischerweise im Anhang Ein Verzeichnis der herausragenden Pflanzen, die im Zusammenhang mit den jeweiligen Gärten genannt werden bereichert diesen lesenswerten Band zusätzlich; doch die Fotos hätten besser sein können - es ist kein schillernder Bildband, obowohl mit über 100 Fotos ausgestattet.
Alain de Botton Kunst des Reisens
288 S. Fischer 2002
Alain de Botton, in der Schweiz geboren, hat in Cambridge Geschichte und Philosophie studiert und lebt in London. Er präsentiert hier eine literarische Reise, die von London über die Provence bis nach Südamerika führt. Seinen realen Reiseerlebnissen und Eindrücken stellt er literarische und künstlerische Beispiele gegenüber - nach Themen sortiert. Denn Reisen kann man aus verschiedenen Gründen: Humboldt tat es, um seinen Wissensdurst zu stillen, Wordsworth zog Inspiration aus dem Lakedistrict. Oder es geschah andersherum, und die Gegend wurde erst durch den Reisenden berühmt, wie etwa im Fall der Provence, die erst so richtig durch van Goghs Bilder zum Urlaubsparadies wurde.
Bürger, Alfons Kleine Geschichte der Gartenkunst.
192 Seiten, 90 Farbfotos, 80 Farbzeichnungen. Ulmer 2004
Erzählt wird von den berühmten Gärten, die die europäische Gartenkunst maßgeblich beeinflussten, wobei schwerpunktmäßig die Besonderheiten der Gestaltung berücksichtigt werden, die heute noch ablesbar sind. "Mir lag nicht daran, der Fülle von Prachtbänden über Gärten einen weiteren hinzuzufügen. Meist landen sie ja doch nach ein- oder mehrmaliger Durchsicht im Regal oder ihre unverkäufliche, weil hochpreisige Restauflage muss über Moderne Buchantiquariate veräußert werden. Vielmehr wollte ich ein preisgünstiges Taschenbuch über Gartenanlagen und ihre Geschichte als handlichen Reisebegleiter vorlegen, der dazu verführen möchte, das erholsame Wandern durch eine künstlerisch gestaltete Gartenanlage – die vielleicht aus der Zeit der Renaissance stammt – dem Besuch eines Vergnügungsparks vorzuziehen." (Alfons Bürger)
Aus dem Inhalt: Was ist ein Garten, Nachforschungen über die Ursprünge des Wortes / Gan Eden, der Garten von Gottes eigener Hand / Gärten im Land der Pharaonen, Wandbilder erzählen von Gärten / Die hängenden Gärten Babylons, ein antikes Weltwunder / Gärten des Islam in Spanien, die Alhambra / Parkanlagen und Gärten bei den Römern / Grüne Paradiese hinter Klostermauern / Lustgarten der Minne / Die Renaissance in Italien: Gärten der Kardinäle und Päpste / Gartenarchitektur des Barock in Italien, Frankreich und Deutschland / Der Weg zum Landschaftsgarten in Großbritannien / Landschaftsgärten in Deutschland.

